Kommentar

Gott ist mittendrin

Gott ist mittendrin

Gott ist kein Gott, der das Leid anderer braucht, der einen anderen drangibt, opfert, um dem Recht zum Durchbruch zu verhelfen. Nein! Gott will diesem Leid, dieser Kette ununterbrochenen Unrechts ein Ende bereiten. Gott ist einer, der dazwischen geht. Der das Risiko nicht scheut. Der nicht einmal dem Tod aus dem Weg geht. Ihm aber das letzte Wort nicht überlässt.

Gott macht allen Opfern ein Ende! Ein für alle Mal. Indem er handelt am Ostermorgen. Indem er den ins Recht setzt, den andere geopfert und zu Unrecht verlacht und verhöhnt haben. Den, den andere zu Tode gebracht haben, weil sie sich auf der sicheren Seite wähnten.

Gott handelt am Ostermorgen! Deshalb können wir sicher sein: Gott hält sich auch am Karfreitag nicht schadlos. Gott bringt sich nicht in Sicherheit. Wo wir Gottes Abwesenheit am stärksten beklagen, gerade da ist er zu finden. Im Opfer von Arnauld Beltrame vor einer Woche. In den vielen Opfern von Krieg und Gewalt jeden Tag. Auch heute. Im Opfer des einen mit seinem radikalen Glauben an Gott. Der Menschen am Rande der Gesellschaft ins Licht gerückt hat. Der die Armen seliggesprochen und die Reichen kritisiert hat. Im Opfer des einen, der den Mächtigen seiner Zeit im Weg gestanden ist. So sehr, dass sie ihn am Ende aus der Welt schaffen wollten. Und der ihnen immer neu im Weg steht.

Traugott Schächtele 30.03.2018

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