Kurzansprache über Jesaja 8.23a+9,1-6
Im ökumenischen Gottesdienst
zur Aussendung des Friedenslichtes
am Sonntag, den 17. Dezember 2000
im Münster unserer lieben Frau in Freiburg



Liebe Freundinnen und Freude des Friedenslichtes!

Unsere Hoffnung haben Namen. Unsere Hoffnungen rich-ten wir auf Menschen, denen wir vertrauen können. Auf Menschen, die glaubwürdig sind und authentisch. Unsere Hoffnungsträger, das sind die, deren Ruf nicht geschädigt ist durch einen Skandal. Das sind die, die das ganze im Blick haben und nicht nur den eigenen Vorteil. Unsere Hoffnungsträger sind die, die eine Vision und eine Phanta-sie haben, wie alles noch einmal ganz anders und besser sein könnte.

Ein Kind trägt die Namen dieser Hoffnungen - so haben wir es eben in der Lesung gehört. Und es trägt Namen, die anders sind als die uns vertrauten. Namen, die uns auf-horchen lassen: Wunderbarer Ratgeber - Starker Gott - Vater in Ewigkeit - Fürst des Friedens. Mehr braucht es nicht, als Träger dieser Namen. Menschen, die uns weiterhelfen, wenn wir nicht mehr weiterwissen. Men-schen, die verlässlich sind. Menschen, die Konflikte aus-halten und austragen - ohne sie mit bloßer Macht für sich zu entscheiden. Menschen, die sich nicht selber genug sind, sondern deren Hoffnungen Gott zum Wurzelgrund haben. Menschen - arglos und lebensoffen wie nur noch Kinder sind in dieser Welt.

Wir wissen nicht, von welchem Kind der Prophet Jesaja gesprochen hat. Aber wir wissen, welches Kind für uns diese Namen zurecht trägt: Dasjaneige nämlich, von dem wir in einer Woche wieder singen: Christ der Retter ist da! In Bethlehem, im Hinterhof der damaligen Welt und politi-scher Zankapfel bis heute - in Bethlehem ist uns ein Licht aufgegangen. In Bethlehem hat Gott den Menschen ein Licht aufgehen lassen. Ein Licht, an das wir uns heute wieder erinnern lassen. Das Friedenslicht aus Bethlehem verdankt seinen Schein dem Licht, mit dem Gott in einem Kind diese Welt erleuchtet hat. Und das uns einlädt, dieses Licht weiterzugeben. Und den Frieden Wirklichkeit werden zu lassen. Mit Gottes Hilfe. In Bethlehem und anderswo. Denn unsere Hoffnungen haben Namen. Gut, wenn wir selber Hoffnungsträger sind. Weil Gott unsere Friedens-lichter zum Leuchten bringt. Amen.

Traugott Schächtele

Druckversion Seitenbeginn