Bericht zur Lage im Kirchenbezirk Freiburg
abgegeben und gehalten vor der Frühjahrstagung
der Bezirkssynode des Kirchenbezirks Freiburg
am Samstag, den 8. April 2000 in Kirchzarten



Liebe Mitsynodale,
meine sehr geehrten Damen und Herren!


A Zur Aufgabe des Berichtes

Es ist ein guter und der Fortsetzung werter Brauch, mindestens einmal im Jahr einen Bericht des Dekans zur Lage im Kirchenbezirk entgegenzunehmen. Umso besser, dass auch noch ein Bericht zur Lage des Religionsunterrichts im Kirchenbezirk - und sicherlich auch im Allgemeinen - nachfolgt. Denn gerade beim Thema Religionsunterricht geht es um Entscheidendes im Blick auf die Zukunft unserer Kirche!

Im November 1998 habe ich erstmalig einen solchen Bericht vorgelegt; damals nach den ersten 200 Tagen. Heute nun also der zweite Bericht.

Am 1. April 2000 konnte ich auf die ersten zwei Jahre meiner Amtszeit zurückblicken. Das erste Viertel der Amtszeit von acht Jahren ist also schon um. Da sich im Viertele aber bekanntlich das besondere Qualitätsmerkmal dieser Region fassen lässt, dürfen sie also zurecht gespannt sein.


B Vorab: Eine Liebeserklärung

Allem, wozu ich mich nachfolgend äußern werde, soll gewissermaßen die Liebeserklärung vorausgehen: Dieser Kirchenbezirk Freiburg ist nicht nur der landschaftlich schönste und reizvollste unserer Landeskirche. Er ist auch der spannendste und interessanteste dazu. Zumindest für den Dekan. Denn der ist im Grunde der einzige, der gewissermaßen in allen drei Regionen zu Hause ist und ihre Vielfalt immer wieder neu erleben und erfahren kann - erfahren durchaus häufig im ursprünglichen Sinn des Wortes.

Da ist zum einen - wie in den beiden anderen von hauptamtlichen Dekanan geleiteten Bezirken Karlsruhe und Mannheim - die Stadt. Hier sind die Veränderungen, die ja nicht nur die Kirche ergriffen haben, vielleicht am deutlichsten zu spüren. Hier wird darum auch nicht ohne Grund den Menschen im Blick auf die Einleitung von Veränderungsprozessen am meisten zugemutet.

Da gibt es des weiteren die Region Dreisamtal-Hochschwarzwald. Nicht ohne Grund haben etwa die Gemeinden Hinzerzarten und Feldberg-Titisee ihre Pfarrstelle unter dem Motto ausgeschrieben: Da arbeiten, wo andere Urlaub machen. Die Situation der Diaspora ist ja beileibe nicht nur Erschwernis in der pastoralen Arbeit. Hier liegen auf der anderen Seite auch Chancen für die kirchliche Arbeit - ob im Kurbereich oder auch in der Profilierung eines "protestantischen Bewusstseins in einem mehrheitlich katholischen Umfeld" - die von einem ganz eigenen Reiz sind.
Da finden wir zum dritten in der Region Kaiserstuhl-Tuniberg überwiegend geprägte evangelischen Gemeinden mit einem gesunden evangelischen Selbstbewusstsein, das sich noch nicht hat anstecken lassen vom allgemeinen Klagelied über den Bedeutungsverlust der Kirche. Diese Feststellung ist von großer Bedeutung in einer Zeit, in der überwiegend Abwärtstrends und Abbaumentalität das allgemeine Bewusstsein zu prägen scheinen.

Neben der regionalen Vielfalt ist für den Kirchenbeezirk Freiburg auch seine konfessionelle, lieber sage ich ökumenische Vielfalt kennzeichnend und bereichernd. Dies sehe ich bei den Berichten über die ökumenische Zusammenarbeit vor Ort anlässlich von Visitationen und Begegnungen in Gemeinden. Dies erlebe ich aber nicht zuletzt in der ACK in Freiburg. Ein Christsein im Gegeneinander statt im Miteinander können wir uns schon längst gar nicht mehr leisten. Und wer den Predigttext aus Philipper 1 vom 2. April noch im Kopf hat, weiß, dass wir dabei auch Paulus auf unserer Seite haben: "Hauptsache, Christus wird verkündigt!" Der jeweils eigene Marktanteil ist dabei nur von sekundärer Bedeutung. Ich sage dies, ohne dass wir Grund hätten, unsere evangelische Stimme im ökumenischen Gespräch in den Hintergrund treten zu lassen - im Gegenteil. Gottes Garten ist manchmal bunter als wir es vermuten oder gar ertragen können.

In dieser "bunt gemischten Vielfältigkeit" ist unser Kirchenbezirk durchaus eine Spiegelbild unserer Landeskirche im verkleinerten Maßstab. Und sie hat derart auch Anteil an all den Überlegungen um Veränderungen wie eben die übrige Landeskirche auch.

Es ist wichtig, dies gleichsam als Vorbemerkung vorauszuschicken. Gleichsam das Vorhandene, das Positive zu würdigen und zu stärken. Nicht um Sein oder Nichtsein geht es zur Zeit. Eher um das Sosein oder das Anderssein; wenn auch ohne Zweifel mit der Tendenz, in den kommenden Jahren nicht mehr so ganz wie gewohnt aus dem Vollen schöpfen zu können. Zumindest in finanzieller Sicht. Ob die notwendigen Umbaumaßnahmen tatsächlich ein weniger an geistlicher Substanz nach sich ziehen, das wird erst die Zukunft erweisen. Anlass für eine resignative Grundstimmung haben wir aber wahrhaftig nicht.

Auf der anderen Seite. Schon die Haushaltsberatung heute morgen hat tatsächlich gezeigt, dass wir künftig einen zunehmend engeren finanziellen Spielraum haben. Daraus müssen wir Konsequenzen ziehen. Und einige dieser Konsequenzen werden uns auch weh tun. Daran wird wohl leider auch kein Weg vorbeiführen. Umso wichtiger sind darum Klarheit uns Transparenz getroffener Entscheidungen. Anders ist eine möglichst tragfähige Basis nicht zu erreichen.


C Unternehmen Kirche

In den letzten Jahren kann man immer wieder den Ausdruck "Unternehmen Kirche" lesen. Dahinter verbirgt sich die Erkenntnis, dass eine Instituution, die viele Dienstleistungen anbietet, die ein großer Arbeitgeber ist, und auch einiges an immobilen Werten zu verwalten hat, auf Dauer nicht so tun kann, als seien die Gesetze der Welt für sie außer Kraft gesetzt. Allein schon aus Gründen der Verlässlichkeit für die Menschen, die wissen wollen, ob die Kirche im Dorf oder im Stadteil bleibt, aber auch um der Planungssicherheit und der Fürsorgepflicht für die hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter willen, haben wir Grund genug, dass wir mit unseren Ressourcen - mit dem, was wir haben, um unsere Arbeit tun zu können - verantwortlich und professionell umzugehen.

Ob wir deshalb gleich von Kunden sprechen müssen, wenn wir die Menschen meinen, die zu uns kommen, darüber mag man zu Recht streiten. So ganz trifft dieser Ausdruck die kirchlich Wirklichkeit tatsächlich nicht, es sei denn, wir verweisen darauf, dass wir in der Kirche alle immer Kunde und Anbieter zugleich sind.

Auch die gegenwärtig laufende Leitsatzdiskussion entspringt Erfahrungen aus der Wirtschaft. Eine ganze Reihe von Ältestenkreisen und Kirchengemeinderäten hat sich in den vergangenen Monaten den drei Leitfragen gestellt. Wer wir sind? Was wir glauben? Was wir wollen? Die außerdordentlich gute Bezirksveranstaltung zu diesem Thema am 12. Februar hat dabei auch manche Vorbehalte aus der Welt räumen können; zumindest bei denen, die sich beteiligt haben. Und das waren zum allergrößten Teil Ehrenamtliche.

Im Blick auf das Thema "Unternehmen Kirche" müssen wir uns natürlich im Klaren sein: Mit den Gesetzen der Wirtschaft, die die Gesetze des Marktes sind, lässt sich Barmherzigkeit auf Dauer nicht aufrecht halten. Barmherzigkeit meint, ein übriges zu tun; das zu tun, was andere lassen, weil es sich nicht rechnet. So wird die Rede vom Unternehmen Kirche immer ein angreifbares Sprachmodell bleiben. Eine Gratwanderung, bei der man nach beiden Seiten leicht abstürzen kann. Zugleich bleibt uns die Aufgabe gestellt, in einer Zeit großer Veränderungen und unter neuen Bedingungen auch neue Wege zu gehen. Ein waghalsiges Unternehmen - und jetzt nicht im Sinne der Volkswirtschaft verstanden - wird jeder Versuch, Kirche zu sein, immer bleiben -so wie unser Glaube immer ein Wagnis und einen Gang übers Wasser und eine Fahrt über stürmische See darstellt.


D Zur Stellensituation

Eine Konsequenz der geringeren finanziellen Mittel haben wir hier schon in früheren Synodaltagungen beraten; manches Entscheidende auch schon vor meiner Zeit hier. Die Auswirkungen nämlich im Blick auf die hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Den Sachstand der Entscheidung um die Umsetzung der Reduktion von fünf Pfarrstellen kennen sie alle - wenn auch aus durchaus unterschiedlicher Perspektive. Ich hoffe immer noch, dass es phantasievolle Lösungen gibt, um die Entscheidungen, soweit noch nicht geschehen, einigermaßen verträglich und in gegenseitiger Solidarität umzusetzen.

Von erheblicher Bedeutung für unseren Kirchenbezirk ist auch, dass von den Stelleneinsparungen neben den Pfarrerinnen und Pfarrern die Berufsgruppe der Gemeindediakone und Gemeindediakoninnen betroffen ist. Gegenwärtig haben wir elf Planstellen für diese Berufsgruppe im Kirchenbezirk. Diese Zahl verringert sich nun auf neun. Dies hat Auswirkungen auf die Ausgestaltung der Einsatzstellen dieser Berufsgruppe. Es werden wohl vermehrt Einsätze in mehr als einer Gemeinde zu beschreiben sein. Stellen, die von diesen Überlegungen ausgenommen sind, kann es nicht geben. Das verlangt schon der Grundsatz der Gleichbehandlung. Es ist gut, dass wir für diese Fragen einen gemeinsamen Ausschuss zwischen dem Bezirkskirchenrat und dem Konvent der Gemeindediakone und Gemeindediakoninnen eingerichtet haben, damit alle von Entscheidungen Betroffenen in die Überlegungen mit einbezogen werden.

Eine andere, indirekte Folgeerscheinung der Sparmaßnahmen ist die Voruhestandsregelung im Pfarrstellenbereich. Der Vorruhestandsregelung, die Ende 2001 ausläuft, liegt die Absicht zugrunde, möglichst viele junge und fertig ausgebildete Kolleginnen und Kollegen in den Dienst übernehmen zu können. In unserem Kirchenbezirk hat diese Regelung einen beschleunigten Generationswechsel zur Folge. Wenn ich es recht sehe, haben, seit ich da bin, schon mindestens acht Kollegen davon Gebrauch gemacht. Dazu kommen in weitaus geringerer Zahl auch noch Stellenwechsel aus ganz anderen Gründen. Am Ende dieses Jahres hat sich seit meinem Dienstantritt schon bei mehr als einem Drittel der Pfarrstellen Veränderungen gegeben.

Es ist eine lange Liste von Gemeinden: Gundelfingen, Kirchzarten, Neustadt, Hinterzarten, Feldberg-Titisee und das evangelische Stift haben den Wechsel schon hinter sich. Die Pfarrstelle im Rieselfeld ist erstmalig besetzt. In Ihringen, der Kreuzgemeinde und der Auferstehungsgemeinde in Freiburg und in Wolfenweiler ist die Nachfolgefrage schon geklärt. In March-Hochdorf wird demnächst gewählt; in der Thomaspfarrei stellen sich die Bewerber demnächst ebenso vor wie in Breisach. Im Jugendwerk wird es keinen hauptamtlichen Nachfolger für Herrn Pfarrer Kautzsch mehr geben. Mit weiteren Veränderungen muss gerechnet werden.

Es ist also sehr zu wünschen, dass hier allmählich doch wieder etwas mehr Ruhe einkehrt. Den vielen Neuen im Bezirk, die ich sehr herzlich begrüße, wünsche ich Freude, Gelassenheit, aber auch Zeit, um in unsere Mitte heimisch zu werden und einzuwurzeln.


E Überlegungen zu einem neuen Zuschnitt des Kirchenbezirks

In den vergangenen Monaten haben in den drei Regionen Anhörungen über mögliche Veränderungen im Zuschnitt unseres sehr großen Kirchenbezirkes stattgefunden. Drei Modelle hat der Bezirkskirchenrat zur Diskussion vorgeschlagen. Zum einen eine Teilung in ein Stadtdekanat und ein Landdekanat. Zum zweiten ein Dekanat Freiburg-Stadt plus Hoschschwarzwald und ein Dekanat Kaiserstuhl-Tuniberg womöglich in Verbindung mit dem Kirchenbezirk Müllheim. Das dritte Modell sieht die Einrichtung von Sprengeln und die Einsetzung von Prodekanen vor, wie es nach § 103 der Grundordnung möglich ist, aber so noch nie praktiziert wurde.

Heute soll die Diskussion zu diesem Punkt in der Synode noch nicht geführt werden. Aber in der nächsten, spätestens der übernächsten werden wir nicht darum herumkommen. Bis dahin wird der Bezirkskirchenrat ein konsensfähiges Modelle vorlegen und sich vorher womöglich noch selber kompetenten Rat von außen holen müssen.
Wichtig ist, dass wir uns über die Ziele einer möglichen Veränderung klar werden müssen. Wir werden uns fragen und abwägen müssen, wer welchen Vorteil hat. Und wir werden mit großer Behutsamkeit dafür Sorge tragen, dass nichts Altes zerschlagen wird, wenn wir nicht die Gewähr haben, dass das Neue auch den Vorzug gegenüber dem Alten verdient. Auf der anderen Seite müssen wir uns endgültig davon verabschieden, dass die Tatsache, dass etwas schon sehr lange so war, ausreicht, um sich gegenüber Neuem immun zu machen.


F Veränderungen in der Stadt Freiburg

Es ist ein offenes Geheimnis, dass wir in der Stadt, die ja immerhin mehr als die Hälfte des Kirchenbezirks ausmacht, immer am stärksten an der offenen Linie zur Welt leben, um den Ausdruck an der "Front zu Welt" zu vermeiden. Deshalb stellen sich dort manche Probleme früher, ehe sie dann auch die anderen Regionen einholen. Die Kirchengemeinde in Freiburg - und das muss man auch hier vor der Synode einmal sagen - steht in den nächsten Jahren vor einer großen Herausforderung. Ich habe nicht vor, an dieser Stelle etwas zu den Überlegungen zu sagen, die derzeit diskutiert werden. Mit großer Bewunderung sehe ich dabei aber das außerordentliche Engagement des Vorsitzenden des Kirchengemeinderates, Prof. Gehrke. Es ist gut, dass die Kirchengemeinde Freiburg in dieser schwierigen Phase einen hochkompetenten und dialogfähigen Vorsitzenden hat. Überhaupt habe ich den ehremamtlichen Einsatz vieler, die Kirchengemeinderäten und Ältestenkreisen vorsitzen, in hohem Maße schätzen gelernt.

In den gegenwärtigen Überlegungen in Freiburg geht es teilweise ja wahrhaftig um Sein oder Nichtsein von Gemeinden und von kirchlichen Gebäuden! Und die Ursache liegt tatsächlich in einer Entwicklung der Finanzen, die nicht nur die Verantwortlichen, sondern alle in die Pflicht nimmt. Ich bin sehr gespannt, wie der Weg hier weitergeht und in welche Richtung er führt. Häme oder Besserwisserei sind hier nirgends am Platz. Und nirgends zeigt sich mehr als gerade hier, dass wir auch die Fragen struktureller Veränderungen zum Gegenstand vor allem auch theologischen Nachdenkens und der fürbittenden Begleitung machen müssen.


G Diakonie

Mit seinen beiden diakonischen Werken ist der Kirchenbezirk Freiburg ein Großanbieter auf dem Sektor der professionellen Zuwendung zu den Menschen. Flankiert von einer ganzen Reihe weiterer diakonischer Einrichtungen wie etwa Stadtmission, Stift, Diakoniekrankenhaus und anderes ist diese eine in ihrem Wert nicht hoch genug einzuschätzende Profilierung dessen, was tätige Nächstenliebe unter evangelischem Vorzeichen bewirken kann.

Durch zahlreiche Begegnungen und den Einblick in diese Arbeit, den ich gewissermaßen kraft Amtes gewonnen habe, weiß ich, welche immense Leistungen hier erbracht werden. Und ich möchte die Gelegenheit dieses Berichtes ausdrücklich dafür nutzen, hier ein öffentliches Dankeschön an alle auszusprechen, die sich in der diakonischen Arbeit engagieren. Heute gilt dieser Dank neben all den anderen insbesondere den beiden Kollegen, Herrn Pfarrer Keller (Petruspfarrei FR) und Herrn Pfarrer Wolff (Kirchzarten), die sich zur Übernahme des Amtes des Diakoniepfarrers bereit erklärt haben. Es ist gut, dass wir nach einer längeren Phase des Suchens und der konzeptioneller Überlegungen bei ihnen mit unserem Anliegen auf offene Ohren gestoßen sind!

Hinzufügen möchte ich, dass mir sehr daran gelegen ist, Diakonie verstärkt auch unter inhaltlichen konzeptionellen Gesichtspunkten in den Blick zu rücken. Gerade hier muss bei aller Wichtigkeit der finanziellen Rahmenbedingungen klar sein, dass es noch einmal um ganz anderes geht, nämlich um die Konkretisierung der Vorliebe Jesu für die Schwachen unter den Bedingungen des anbrechenden dritten Jahrtausends.


H Weitere Entwicklungen

Einiges Wesentliche sei an dieser Stelle abschließend zumindest noch erwähnt:

1 Rieselfeld
Da ist zunächst die Errichtung der neuen Pfarrstelle im Rieselfeld. Seit dem 1. Dezember ist sie mit Pfarrer Raimund Fiehn ja auch besetzt. Der Wettbewerb für den Kirchenbeubau ist abgeschlossen. 176 Architekturbüros hatten sich daran beteiligt. Die ersten Schritte auf dem Weg zu einer baulichen Umsetzung sind gemacht. Und dies alles in ökumenischer Verbundenheit beider maria-magdalena-gemeinden.

2 Vauban
Für den neuen Stadtteil Vauban wird eine vergleichbare Entwicklung nicht mehr möglich sein. Dennoch bleibt auch hier die Aufgabe bestehen, durch ein Angebot von Räumen und personaler Unterstützung eine evangelische Gemeinde zu pflanzen und zu hegen. Über die Anbindung hauptsächlich an die Johannesgemeinde, teilweise aber auch an die Petrusgemeinde hinaus wird zunächst für ein Jahr Gemeindediakon Jens Terjung dort gemeindliche Geburtshilfe zu leisten versuchen..

3 Erwachsenenbildung
Seit einem halben Jahr hat die Arbeitsstelle der Evang. Erwachsenenbildung ihren neuen Ort im Park des Evang. Stiftes bezogen. Zum einen sollen Sie dies wissen. Zum anderen ist es gleichsam eine einladende Erinnerung, von den Angeboten der Erwachsenenbildung auch Gebrauch zu machen. Die lergewordenen Räume in der Goethestraße 2 hat das Jugendwerk übernommen. Für dessen Arbeit gilt der Hinweis der einladenden Erinnerung in gleicher Weise.

4 Profile
Ich hoffe, sie kennen alle das Magazin profile. Es ist das neueste Kind bezirklicher Arbeit. In diesem Magazin finden sie neben den Angeboten der Erwachsenenbildung auch das Programm des Bezirkskantorats. Die zweite Ausgabe von profile wird demnächst erscheinen.

5 Kircheneintrittskampage
Bei der vergangenen Herbstsynode hat der Öffentlichkeitsbeauftragte des Kirchenbezirks, Herr Hammer, über die geplante Kircheneintrittsstelle informiert. Sicherlich haben sie gehört, dass diese Aktion außerordentlich erfolgreich verlaufen ist. Über 50 Menschen sind in der Eintrittsstelle tatsächlich in die evangelische Kirche eingetreten. Unzählige Gespräche haben gezeigt, wie wichtig eine solche kirchliche Anlaufstelle außerhalb der Pfarrhäuser ist. Eine Arbeitsgruppe ist dabei zu überlegen, wie wir die im Rahmen der Eintrittskampagne gewonnenen Erfahrungen in weitere Vorhaben und Pläne miteinbringen können.


6 Dekanatsbeirat

Der Dekanatsbeirat hat in den vergangenen Jahren ein Schlummerdasein geführt. Es ist höchste Zeit, dass sich dies ändert. Ich halte es für ausgesprochen wichtig, dass es ein Gremium gibt, wo sich die verschiedenen Arbeitsformen, Einrichtungen und Dienste unseres Kirchenbezirkes begegnen, gemeinsam Interssierendes besprechen und Informationen austauschen. Zusammen mit Herrn Hammer will ich den Dekanatsbeirat wiederbeleben. Demnächst werden die entsprechenden Einladungen versandt werden.


7 Bezirkliche Veranstaltungen

Gelegentlich übernimmt der Bezirk auch die Aufgabe, in besonderen Veranstaltungen noch gleichsam fortbildend tätig zu sein. Die humorvoll gestaltete, aber zugleich kompetent vorbereitete Einführung in die neue Rechtschreibung mit neuem Süßen ("Neue Lese, neue Schreibe") hat außerordentlich viel Zuspruch gefunden. Auch das Angebot, sich in der kommenden Woche unter dem Thema "Einen fröhlichen Geber hat Gott lieb" über Möglichkeiten legaler Geldbeschaffung zu informieren, hat schon zu einer übervollen Anmeldeliste geführt. Weitere derartige Veranstaltungen sind geplant.

Schluss

Am Ende meines Berichtes soll ein Zitat stehen, das ich mir selber immer wieder vor Augen halte. Es ist nicht für den Kirchenbezirk Freiburg geschrieben und es stammt noch aus dem letzten Jahrtausend. Aber das macht nichts. Es wäre gut, es würde auch bei uns in Geltung stehen. Das Zitat stammt von Fulbert Steffensky und lautet: "Ich möchte, dass wir schätzen lernen, was wir an dieser zersausten und im Augenblick von allen Füchsen gerupften Kirche haben. Die Kirche als Ort des öffentlichen Gedächtnisses, die Kirche als der Ort der alten Visionen, die Kirche als der Ort der verfemten Worte: Barmherzigkeit, Gerechtigkeit, Gnade, Vergebung, Trost, Zorn über Unrecht, Wahrnehmung der Welt aus der Perspektive der Opfer. Wo sonst gibt es einen Ort in unserer Gesellschaft, in dem diese Begriffe zusammenkommen und wo geübt wird, sie zu denken."

In diesem Sinne Kirche sein, das denke ich, das wär‚s doch. Das lohnt sich immer noch. Der Satz "Ich bin drin!" ist viel zu schön, um ihn nur der Internetwerbung des Boris Becker zu überlassen. Wir alle sind doch drin - in der evangelischen Kirche im Kirchenbezirk Freiburg.

Traugott Schächtele

Druckversion Seitenbeginn