ERÖFFNUNG „ALTARBILD“ AM 8. OKTOBER 2004 - LUDWIGSKIRCHE


„Die Vorbereitung einer Kunstausstellung ist immer Wagnis und Herausforderung zugleich. Sie ist Wagnis, weil man nie weiß, auf welche Werke und Künstler (erg. Künstlerinnen) man trifft. Sie ist Herausforderung, weil dieses Risiko auc das Spannende ausmacht und weil die Lust, Neues , die Sinne Anregendes zu präsentieren allein schon die Mühe lohnt.“

Von Paul Gräb, einer der prägenden Gestalten in der Beziehung von Kunst und Kirche, stammt dieser Satz.

In der Ausschreibung zum Altarbildprojekt stand zu lesen, es gehe darum, die Sprache der zeitgenössischen Kunst für eine begrenzte Zeit im Kirchenraum wirken lassen." „Und der erläuternde Untertitel formulierte den Anspruch des Projektes, weil dort lapidar formuleirt wurde: „Zeitgenösssiche Kunst und Kirche begegnen sich“.

Nun ist also aus dem Projekt Wirklichkeit geworden. Mit dieser Veranstaltung wird die Ausstellung in 20 Kirchen des Kirchenbezirks Freiburg offiziell eröffnet.

Regionales hat gegenwärtig ja Hochkonjunktur. Der Genuss der regionalen Küche. Die Färbung des regionalen Dialektes. Regionale Rundfunk- und Fernsehprogramme. Und eben auch Regionale Kunst. Diese auch von kirchlicher Seite aus in den Blick zu nehmen, zu würdigen und Foren der Begegnung und des Dialogs zu schaffen, das ist allemal eine lohnende Aufgabe.

Dem, der zuallererst das Wagnis und die Herausforderung an- und auf sich genommen hat, nämlich Wolfgang Schmidt, sei an dieser Stelle von mir, aber sicherlich nicht nur nur von mir, auf’s herzlichste gedankt. Dabei kann sich das beachtliche Ergebnis des Projektes gewiss nicht nur regional, sondern weit darüber hinaus durchaus sehen lassen. Danken möchte ich persönlich, aber auch im Names des Kirchenbezirks ebenso all denen, die Wolfgang Sczhmidt durch Rat und Tat unterstützt haben, insbesondere Katrin Deusch. Nicht zuletzt aber auch die kunstsinnigen und kunstverständigen Mitgieder der Jury.

Einiges zum Verhältnis von Kirche und Kunst haben wir schon gehört. Nur weniges möchte ich an dieser Stelle zu dieser Thematik aus meiner Sicht noch beitragen.

1. Die Beziehung des Protestantsimus zur Kunst zu beschreiben, ist noch einmal etwas anderes, als über Kunst und Kirche zu sprechen. Die Tatsache, dass die Reformation in ihren Anfängen eine Bildungsbewegung war, steht in einer spannungsvollen, aber historisch erklärbaren Beziehung zur Bilderarmut des Protestantismus. Es ist gut, dass wir hier über das 16. Jahrhundert hnausgekommen sind und viele Neuanfänge gewagt haben.
2. Das Christentum – und der Protestantismus zumal – waren über Jahrhunderte beinahe ausschließlich auf das Medium Wort und Buch fixiert. Die Bildergesellschaft am Beginn des 3. Jahrtausends hat nicht nur die Welt, sondern auch die Kirche verändert.
3. Kunst lässt sich konfessionell nicht vereinnahmen. Und das ist gut so. Aber sie komt in unterschiedlichen Milieus unterschiedlich zur Geltung. Dies macht die Begegnung zwischen Kunst udn Kirche auch in diesem aktuellen Altarbildprojekt so spannend.

Mir blebt am Ende ein persönlicher Dank. Denn ich bin sicher: Ich bin der, der in diesem Projekt am meisten hat lernen können. Von Ihnen, den Künstlerinnen und Künstlern durch das, was sie eingereicht haben. Vor allem aber bin ich den Mit-Jury-Mitgliedern dankbar, dass sie mich als den Exoten und theologischen Narren aus Leidenschaft mitgetragen und mitgebildet haben – letzteres im wahrsten Sinne des Wortes. Darum habe ich von der Begegnung zeitgenössischer Kunst und Kultur wohl am meisten profitiert.

Herzlichen Dank!


Traugott Schächtele

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