ICH LÜGE, ALSO BIN ICH
PREDIGT IM RAHMEN DER ESG-GOTTESDIENSTE ZUM DEKALOG
GEHALTEN AM SONNTAG, DEN 6. FEBRUAR 2005 (ESTOMIHI)
IN DER CHRISTUSKIRCHE IN FREIBURG


Diese Predigt ist gefährlich, liebe Freundinnen und Freunde. Denn Kinder und Narren sagen ja bekanntlich die Wahrheit. A pro pos Narren und Wahrheit: In diesen Tagen der Hochzeit der Fasnacht kann ich mir die Narrenrolle der fünften Jahreszeit gemäß ja zurecht zumuten und die Narrenkappe überziehen. Und um die Wahrheit soll es in dieser Predigt ja allemal auch gehen. Schließlich steht – je nach Zählung – das achte bzw. neunte Gebot im Mittelpunkt. „Du sollst kein falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten!“

Kein anderes Gebot – da bin ich sicher – kann uns im Blick auf unsere eigenen Verstrickungen in die bösen Spielen dieser Welt eindeutiger überführen. Nicht töten sollen wir. Wer von uns hat den wirklich schon getötet. Uns kein fremdes Eigentum anzueignen wird uns auferlegt. Vielleicht dass wir gelegentlich bei einem Kavaliersdelikt ertappt wurden. Als Jugendliche vielleicht. Mehr doch eher selten. Das eine wie das andere Mal treffen uns vielleicht Schnittmengen dunkler Realitäten. Und verwerflicher Absichten. Hier – beim Falsch-Zeugnis-Reden - stehen wir dagegen total im Blick. Hier sind wir dem Ur-Element. Dem Lebenselixier unserer Gegenwart auf der Spur. Daher der Titel – das Thema - dieser Predigt: Ich lüge, also bin ich.

Keine und keiner von uns ist immer unschuldig um diese Klippe herumgekommen. Weil wir alle infiziert sind von der zersetzenden Kraft der Lüge. Dies kann die heutige Predigt nicht verschweigen. Diese Botschaft – diese entlarvende Einsicht – mutet sie uns zu. Darum ist diese Predigt gefährlich.

Dreierlei mindestens wäre in dieser Predigt zu lernen: Zum einen, was der Unterschied ist zwischen einem falschen Zeugnis und einer Lüge. Zum anderen, dass das falsche Zeugnis nicht einfach das platte Gegenteil dessen ist, was wir mit Wahrheit meinen. Und zum dritten, was das falsche Zeugnis mit der Gottesfrage zu tun hat.

Und all dies durchaus in der Absicht, nicht einfach als moralinsaurer Narr zu reden. Vielmehr möchte ich ganz nebenbei auch eine kleine Ehrrettung der Lüge zu versuchen. Auch das macht diese Predigt gefährlich.

Zurück also zum Anfang: „Du sollst kein falsch Zeugnis reden wieder deinen Nächsten!“ Es heißt nicht einfach: „Du sollst nicht lügen!“ Das Gebot ist konkreter. Es hat den Schutz der Ehre unseres Nächsten im Blick. Nicht die Etablierung eines rechtsphilosophisch abstrakten Wahrheitsbegriffs. In einer Zeit, die noch keinen Staatsanwalt kannte und keine Verfolgung von Verfehlungen von Staats wegen wurde dem Recht auf andere Weise zum Durchbruch verholfen. Gefordert waren mindestens zwei übereinstimmende Zeugenaussagen.

Ort der Verhandlung war das Tor der Stadt. Der Ort, der eine Grenzen markiert. Innen oder außen. Gast oder Einheimischer. Oder eben auch: Recht oder Unrecht. Wahrheit oder Falschaussage. Diese Grenze markiert das heutige Gebot. Dort, wo über Recht und Unrecht verhandelt wird, dort sollst du deinem Mitmenschen nicht seine Ehre rauben. Über ihn keine falschen Aussagen in die Öffentlichkeit setzen. Dort – am öffentlichen Ort, an dem über recht und Unrecht entschieden wird – genau dort sollst du kein falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten.

Um die veröffentlichte Aussage geht es. Oder noch genauer: Um deren Glaubwürdigkeit. Dagegen ist die Lüge fast schon banal. Augustinus hat die Lüge definiert. Vor mehr als 1600 Jahren: „Eine unwahre, mit der Absicht zu täuschen gemachte Aussage, ist doch unzweifelhaft eine Lüge“. Bis heute kann man in allen Begriffslexika des Rechts oder der Philosophie diese Definition finden. Aber sie reicht nicht mehr aus. Weil sie nur auf die Absicht zielt. Und die Wirkung außer Acht lässt. Und weil sie in – sagen wir ganz vorsichtig – vorglobaler Zeit formuliert wurde.

Die Rede vom falschen Zeugnis gegenüber unserem Mitmenschen mutet da schon durchaus moderner an. Obwohl sie 1000 Jahre älter ist. Öffentliche Falschaussagen sind Alltag. Nur zwei Beispiele. Beispiele aber, die so oder so verheerende Folgen nach sich zogen: Der Irakkrieg wurde – zumindest formal – mit dem Nachweis der Existenz von Massenvernichtungswaffen begründet und begonnen. Der Umhang des Verlogenen und des Bösen um Saddam Hussein zeigte viele unschöne Facetten. Aber das Gesicht derer, die dem Recht und der Wahrheit zum Durchbruch verhelfen wollten, hat eben diesen beiden Gütern im höchsten Maße geschadet. Die öffentlich gemachten Erkenntnisse lagen gar nicht vor. Sie wurden als falsches Zeugnis entlarvt. Und die Urheber hatten ihre eigene Ehre untergraben.

Ein anderes Beispiel wird derzeit immer noch heftig in der Öffentlichkeit diskutiert. Der Fall Robert Hoyzer. Spieler haben Interessen. Vereine ebenso. Und natürlich die Fans. Nur der Schiedsrichter blieb hier bislang außen vor. Inmitten des alltäglichen Interessendschungels galt der Schiedsrichter als Sinnbild des Unparteiischen schlechthin. Er kann irren. Aber er täuscht nicht. Seine Fehler entspringen subjektiver Gutgläubigkeit. Deshalb werden sie akzeptiert.

Der Mythos ist zerbrochen. Die Folgen reichen viel tiefer als nur bis zu veränderten und manipulierten Tabellen und Spielpaarungen. Von den zwei Gruppen, die nach außen durch ihr schwarzes Gewand wie durch ein Markenzeichen bekannt sind, hat die eine einen schweren Imageschaden abbekommen. Hoffentlich bleibt die andere, als deren Vertreter ich heute vor ihnen stehe, vor derartigem verschont. Ein wenig Sauerteig durchsäuert den ganzen Teig, hat der Rabbi Jesus aus Nazareth irgendwann einmal gesagt. Und einer oder wenige Schiedsrichter haben eine ganze Zunft vom Sockel gestürzt.

Der Fall des Robert Hoyzer ist ein kleiner Fall. Aber mit exemplarischem Charakter. Er hat viel mehr durcheinandergebracht als nur die Welt einiger gutgläubiger Fuballfans. Unsere Welt bezieht ihre Vitalität aus dem ritualisierten und mit allen Mittel geführten Kampf der Interessen. Schiedsrichter und Mediatoren, Überparteiliche und Anwälte des gemeinsamen Interesses sind die Hofnarren dieses Systems. Sie sind die Garanten von dessen Zukunftsfähigkeit und von dessen Überlebensmöglichkeit. Auf dem Spielfeld um einen Schiedsrichter, der manipuliert, wird mehr inszeniert als eine kleine Lüge. Hier etabliert sich der Sog des falschen Zeugnisses. Hier gehen Wahrheit und Wahrhaftigkeit zugrunde.

Dabei verhalten sich die Wahrheit und das falsche Zeugnis wie zwei Geschwister. Sie sehen sich manchmal bis zum Verwechseln ähnlich. Wie der Engel des Lichts und der Engel der Finsternis. Und sie sind darum kaum zu unterscheiden.

Wir brauchen den Markt, flüstert es von irgendwo her in unser Ohr. Er gibt allen und allem eine Chance. Er regelt, was wir selber so nie regeln könnten. Das leuchtet ein. Und ist doch ein gefährlicher Irrtum. Und für viele ein tödlicher dazu. Weil sich die Kräfte nicht zähmen lassen. Und wir gar keinen Markt gleicher Teilhaber haben. Sondern weil wir nur Markt spielen. Und die Starken die Regeln bestimmen. Was für ein falsch Zeugnis!

Wir brauchen unsere Freiheit, flüstert es von irgendwo her in unser Ohr. Wir sind als freie Menschen geschaffen. Und brauchen uns von nichts und niemand mehr reglementieren und beschränken lassen. Wir können uns endlich selbst verwirklichen und unseren Lebenssinn selbst setzen. Das klingt gut. Denn durch Jahrhunderte hindurch war Freiheit für die meisten Menschen nur ein Wunschtraum. Auch die Kirchen standen nicht selten auf der Seite der Unterdrücker der Freiheit.

Und doch ist diese Botschaft der Freiheit eine Schimäre. Weil Freiheit immer zugleich der Bindung bedarf. Der An-Bindung an gemeinsam Tragendes. Der Ein-Bindung in die Gemeinschaft derer, die mit mir in dieser Welt leben und sie gestalten. Der Rück-Bindung an eine letzte Instanz. Sonst ist meine Freiheit nichts anderes als die Quelle der Unfreiheit der anderen. Oder womöglich nur ein Zerrbild wirklicher Freiheit. Weil die Mächte, die mein Leben bestimmen, mich subtil einlullen und einwickeln. Und meine Freiheit abwickeln. Was für ein falsch Zeugnis!

Wir brauchen die Religion, flüstert es von irgendwo her in unser Ohr. Ihr sollt endlich zu euch selber finden. Und die Quellen entdecken, aus denen ihr trinken könnt, um wirklich leben zu können. Das ist richtig. Und kann sich dennoch als Irrtum erweisen. Wenn die Quelle vergiftet ist. Und wenn es den Heilspropheten nur um mein Geld geht. Oder um die Bedienung ihrer Eitelkeit. Was für ein falsch Zeugnis!

Gegenüber dem falschen Zeugnis nimmt sich die kleine Lüge fast possierlich aus. Ihre Eigenart lässt sich mit bloßen Worten ohnedies nicht angemessen beschreiben. Das Gegenteil einer formal gefassten Wahrheitsbegriffs bringt die Welt jedenfalls nicht zum Einsturz.

Wenn die Werbung das eigene Produkt so umschreibt, dass der Kauf zum Bekenntnis und der Nichtkauf fast zum Verrat wir – weil das Spiel der Worte mehr bewirkt als die reine Produktinformation – ist das Lüge? Wenn der Arzt die Wahrheit in erträgliche Worte fasst, um dem Überlebenswillen nicht die letzte Kraft zu rauben – ist das Lüge? Wenn statt einer unverträglichen chemischen Substanz ein harmloses Placebo verabreicht wird. Und das womöglich wirkt – ist das Lüge? Wenn einem von der Stasi abgeschöpften Informant der Mut zum Widerstehen gefehlt hat und er Unwichtiges und Nichtssagendes mit unschädlichen Teilwahrheiten vermengt hat – ist das Lüge? Wenn die nackte Wahrheit nur verletzt und nichts zum Guten wendet – ist dieses partielle Verschweigen Lüge?

Man muss nicht gleich so weit gehen, um zu behaupten, was ich vor wenigen Wochen in der Frankfurter Rundschau gelesen habe – dass nämlich, wie es wörtlich zu lesen war - „Lüge und Täuschung den Selektionsdruck für die Entwicklung von Intelligenz und Moralität erhöht haben.“ Und dass die Lüge demnach „eine treibende Kraft zur Entwicklung von Geist, Sprache und Kultur dargestellt habe“. Ja, der Beitrag sprach sogar von der guten Lüge.

Vielleicht stimmt es aber in der Tat schon, was das Thema dieser Predigt anklingen lässt. Dass wir, was wir sind, zumindest nicht sind gänzlich ohne das Treibmittel lässlicher Lügen. Schlimm genug. Unanständig in der Mehrheit der Fälle und dürftig allemal. Aber die Lüge, verstanden als reine Fehlinformation, ist nur im System künstlicher Intelligenz wirklich zersetzend. Im wirklichen Leben zersetzt anderes. Und zuallererst das falsche Zeugnis gegenüber und über unseren Mitmenschen.

Das Bild, das wir von ihm zeichnen und das ihm die Würde nimmt. Die geschönte Beziehung, die wir ihm vorgaukeln und an der wir längst verderblich Verrat geübt haben. Die freundlichen Worte, die wir für ihn finden, obwohl wir ihn andernorts längst verbal hingerichtet haben.

In der Lesung vorhin haben wir anderes gehört. Die Liebe ist langmütig und freundlich. Und die Lüge womöglich auch. Aber das falsche Zeugnis bringt keine anderen Töne zu Gehör als die von schepperndem Erz und hohltönendem Geklingel. Macht aus dem Hohenlied der Liebe das Hohelied der Lüge.

Und damit wären wir bei der dritten der eingangs genannten Lernerfahrungen. Dem Bezug zur Gottesfrage. Gott ist der äußerste und der absolute Bezugspunkt der Wahrheit. Und der Wahrhaftigkeit. In Gott ist Authentizität pur. Ohne Beimischung von Eigeninteressen. Gott ist nicht auf Karriere aus, gegenüber der alles andere zurückstehen muss. Schon gar nicht auf die eigene. Gott kennt, neben der gelebten Fülle - der Liebe, die nicht nur die eigenen Schäfchen ins Trockene bringen will - keine absoluten Interessen, denen alles unterzuordnen wäre. Selbst die Frage der aufrechten Beziehung zu unseren Mitmenschen.

Das falsche Zeugnis macht unsere Gemeinschaft unwahr. Und zerbricht damit das Urbild aller Gemeinschaft – der pulsierenden Vielfalt, die Gott in sich selber ist. Das falsche Zeugnis ersetzt die Wahrheit durch ein täuschend echt wirkendes Plagiat.

In der Evangeliums-Lesung, die wir vorhin gehört haben, macht Petrus Jesus Vorwürfe. Er soll sich der drohenden Lebensgefahr doch um alles in der Welt entziehen. Keine Frage: Was Petrus als Sorge formuliert, ist wahr. Und doch bleibt es ein falsch Zeugnis. Jesus aus Nazareth unterscheidet zwischen dem, was göttlich und dem was menschlich ist. Das menschliche mag alle Plausibilität auf seiner Seite haben. Es ist ein falsch Zeugnis, weil es nur auf den Moment schaut. Und im Eindimensionalen verharrt. Ich könnte auch sagen: Weil es die Gottesfrage ausklammert.

Gutes Zeugnis hat eine Zukunft in Gerechtigkeit im Blick und eine Gegenwart in Wahrhaftigkeit und Wahrheit. Falsches Zeugnis isoliert und parzelliert. Es bedient unseren Egoismus und lässt vereinsamen. Viel zu oft sehen wir nicht wirklich klar. Können wir zwischen gutem und falschem Zeugnis kaum unterscheiden. Sehen wir die Wahrheit wie in einem verzerrten Spiegel. Dann bleibt uns nur die Liebe als Maß des Wahren. Und die Menschlichkeit als Maß des Zuträglichen. Die Liebe ist langmütig und freundlich. Sie eifert nicht. Sie treibt nicht Mutwillen. Sie rechnet das Böse nicht zu.

Wenn ich schon bin, wenn ich lüge. Wieviel mehr – wie viel mehr Mensch - bin ich, weil ich lieben kann. Und die Liebe uns allen die Narrenkappe vom Kopf zieht und die Maske vom Gesicht. Und wir schön sind, weil wir geliebt werden. Und auf das falsche Zeugnis nicht mehr angewiesen.

Wer die Wahrheit sagt, braucht ein schnelles Pferd, sagt ein indianisches Sprichwort. Denn ein Leben, das mehr als auf allem anderen auf Gottvertrauen fußt – ein solches Leben ist eine gefährliche Sache. Und zugleich ein Abenteuer, das zu wagen sich lohnt!

Ich liebe, also bin ich. Mit diesem Motto lässt sich’s daher noch besser leben als mit dem anderen. Nicht nur in diesen närrischen Tagen. Die Liebe freut sich an der Wahrheit. Doch die Wahrheit ist immer gefährlich. Aber am Ende kann nur sie uns frei machen. Amen.

FÜRBITTEN

SprecherIn 1

Gott der Wahrheit, kein falsches Zeugnis sollen wir reden. Darum bringen wir die vor dich, die das falsche Zeugnis anderer klein macht. Und kaputt. Diejenigen, die falsches Zeugnis fern hält von einem Leben in Gerechtigkeit. Weil Macht und Markt mehr zählen als Wahrheit und Wahrhaftigkeit.

Wir bitten dich, Gott, um Augen, die sich nicht abwenden, wo unser Einsatz gefordert ist.

Darum rufen wir zu dir:

Lasst uns den Weg der Gerechtigkeit gehn,

dein Reich komme Herr, dein Reich komme!

SprecherIn 2

Gott der Liebe, kein falsches Zeugnis sollen wir reden. Darum bringen wir die vor sich, die das Vertrauen in die Möglichkeiten der Liebe verloren haben. Für die Liebe nur käuflich ist. Oder für die sie nur als Phantasieprodukt existiert. Weil sich alles rechnen muss. Und meine Nächsten nur als Konkurrenten in den Blick rücken.

Wir bitten dich, Gott, um ein Herz, das nicht verhärtet wird durch den Mangel an Herzlichkeit zwischen den Menschen.

Darum rufen wir zu dir:

Lasst uns den Weg der Gerechtigkeit gehn,

dein Reich komme Herr, dein Reich komme!

SprecherIn 3

Gott der Ohnmächtigen, kein falsches Zeugnis sollen wir reden. Darum bringen wir die vor dich, die sich immer wieder von Neuem auf der falschen Seite finden. Die Habenichts der südlichen Halbkugel. Die Menschen ohne Aussicht auf einen Arbeitsplatz. Die Opfer zerbrochener Beziehungen. Weil der Gewinn der einen sich aus dem Verlust der anderen speist. Und wir es nicht schaffen, unsere Welt so einzurichten, dass sie ohne oben und unten auskommt.

Wir bitten dich, Gott, um eine empfindsame Seele, die nicht abstumpft, weil sie weiß, dass du die Armen selig gepriesen hast.

Darum rufen wir zu dir:

Lasst uns den Weg der Gerechtigkeit gehn,

dein Reich komme Herr, dein Reich komme!

SprecherIn 4

Gott des Lebens, kein falsches Zeugnis sollen wir reden. Darum bringen wir die vor dich, denen das Leben durch die Finger zu gleiten droht. Die, deren Lebenslicht bedroht ist – durch Verfolgung, durch Krankheit, durch Gewalt und Krieg. Weil andere ihre Macht etablieren wollen. Weil das Geld für Erforschung lebenswichtiger Medikamente in die Kanäle der Rüstungslobby fließt. Weil der Hass der einen auf die anderen sich einfach nicht aus der Welt schaffen lässt.

Wir bitten dich, Gott, um eine Stimme, die es sich nicht verbieten lässt, Unrecht beim Namen zu nennen, und das Ende der Herrschaft des Bösen zu proklamieren.

Darum rufen wir zu dir:

Lasst uns den Weg der Gerechtigkeit gehn,

dein Reich komme Herr, dein Reich komme!


Traugott Schächtele

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