EINWEIHUNGSFEIER HAUS DER AKADEMIEN
FREITAG, 22. APRIL 2005


WENN DER HERR NICHT DAS HAUS BAUT,

ARBEITEN UMSONST, DIE DARAN BAUEN.

WENN DER HERR NICHT DIE STADT BEHÜTET,

WACHEN DIE WÄCHTER UMSONST.


Sehr geehrte Damen und Herren,

die Schlüsselübergabe, die wir eben erlebt haben, ist ein schönes Bild für das, was sie heute hier tun. Die Schlüsselgewalt wird übergeben. Türen öffnen sich. Und sie betreten neue Wege. Sie machen sich auf in eine neue Zukunft in neuen Räumen. Sie durchschreiten Türen. Nicht nur im vordergründigen Sinn. Aber dieses Zeichen ist noch nicht das Letzte, worauf es ankommt. Es ist gut und richtig, sich an einem Tag wie dem heutigen daran erinnern zu lassen, worauf unsere Sicherheiten und unsere Schlüsselgewalten gründen. Es ist darum ein schönes und eigentlich unverzichtbares Zeichen, dass diesem heutigen Festakt auch der Blick über das Machbare hinaus nicht fehlen soll.

Leben heißt immer, neue Räume betreten. Sich auf neue Wege einzulassen. Und dabei zu wissen, worauf wir uns gründen. Gerade Verwaltungen haben sich ja zum Ziel gesetzt, dem Wünschenswerten und dem Nötigen eine klare und plausible Struktur zu geben. Inhalt und Ziel müssen aber von anderer Seite kommen. Denn wie sehr wir uns bemühen. Wie konkret unsere Zielvorgaben sind und wie detailliert unsere Zeitpläne - immer stoßen wir an die Grenze des Raumes, den wir nicht mehr beeinflussen können. Des Raumes, in dem es darum geht, einer anderen Macht zu vertrauen. Uns einer anderer Macht anzuvertrauen. Um nicht dem Irrtum zu verfallen, alles sei planbar und machbar. Alles läge am Ende immer nur bei uns.

In die Sprache des christlichen Glaubens übersetzt heißt das: In allem Bemühen dem Segen Gottes zu vertrauen. Der Kraft Raum geben, die unser Bemühen in den Horizont der Verheißung stellt. Die uns in Jesus ein Maß des Menschlichen vor Augen gestellt hat. Die uns einen integrierenden Sinn erkennen lässt, wo Einzelabläufe sonst unverbunden nebeneinander stehen. Um im rechten Tun die Perspektive der Wahrheit erahnen zu können.

Es gibt eine große Sehnsucht nach Sinn und Halt, nach Verbindlichkeit und Wahrheit. Das haben wir uneingedenk aller Unterschiede zwischen den Kirchen, der Berichterstattung der Medien in den vergangenen Wochen abspüren können. Ja – es gibt eine Ökumene der Sehnsucht nach Verbindlichkeit und Wahrhaftigkeit. Werte und Wahrheit bleiben haben bleibend Konjunktur.

Wir können das nicht garantieren. Deshalb tun wir gut daran, der Kategorie des Segens auch hier Raum zu geben. Heute bei diesem Fest der Einweihung. Aber immer neu auch in Form des herrschenden Geistes in ihrem Bemühen, Menschen fortzubilden und ihnen zu neuen Einsichten zu verhelfen. In der Perspektive des Reiches Gottes leben wir nicht nur von unseren Einsichten, sondern ganz wesentlich und grundlegend von unseren Aussichten.

Lasst uns darum dieses Haus der Akademien, vor allem aber die Menschen, denen es dienen soll, unter Gottes Segen stellen:

- folgt Segensgebet -
Traugott Schächtele

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