GRUSSORT FÜR CLAUDIUS STOFFEL
ZUR INVESTITUR ALS DOMPFARRER UND STADTDEKAN
AM 28. JANUAR 2007 IM FREIBURGER MÜNSTER


Lieber Herr Stoffel!

Ganz herzlich möchte auch ich Sie als neuer Dompfarrer und Stadtdekan willkommen heißen. Ich tue dies nicht nur persönlich, sondern im seitens des evangelischen Stadtdekanats und im Namen der evangelischen Christinnen und Christen in dieser Stadt Freiburg. Es ist mir ein großes Anliegen, auch öffentlich immer wieder zu betonen, dass wir uns ein Kirche- und Christsein abseits der großen Hoffnung auf die Einheit der Kirchen nicht vorstellen können. Und dass diese große Hoffnungsgeschichte auch den Menschen dieser Stadt zugute kommt.

Wie Sie wissen, feiert die evangelische Kirche in Freiburg in diesem Jahr ihren 200. Geburtstag. Und genau so alt ist im Grunde schon das Freiburger ökumenische Miteinander. Der Rückblick auf die 200 Jahre dieser ökumenischen Verbundenheit und dieses Miteinander in Freiburg spiegelt dabei eine Dichte der Begegnungen und der Gemeinsamkeiten wider, die in diesem Land einzigartig ist. Sie gibt uns immer wieder Anlass, dafür dankbar zu sein, dass wir kirchlich und ökumenisch zwar noch nicht im Paradies, aber doch in einem der wunderbaren Gärten Gottes wohnen. Neben der traditionell engen Beziehung zwischen evangelischer und katholischer Kirche ist dafür auch unsere Freiburger Arbeitsgemeinschaft christlichern Kirchen ein unübersehbarer Beweis.

Und nach unseren ersten Begegnungen bin ich sicher, dass wir auch als Evangelische in dieser Stadt Ihren Wechsel nach Freiburg und ihren Dienstbeginn als Geburtstagsgeschenk in ökumenischer Absicht verstehen und annehmen dürfen. Darum haben auch viele evangelische Christinnen und Christen ihre ersten Wochen sorgen- und hoffnungsvoll, vor allem aber fürbittend begleitet. Auf das gewachsene große Vertrauensverhältnis, das mich mit Ihrem Vorgänger Erich Wittner verbunden hat, können wir und andere aufbauen. Dass wir auf dem Weg zu Einheit der Kirche immer hinter unseren Möglichkeiten zurückbleiben, hat auch eine positive Seite. Uns wird immer genügend zu tun übrig gelassen, so dass wir uns in unseren Aufgaben nicht überflüssig zu fühlen brauchen.

Beim Zukunftskongress der Evangelischen Kirche in Deutschland, von dem ich gestern Nacht zurückgekehrt bin, ging es immer wieder darum, dass wir als Kirche gegen den Trend wachsen wollen. Wir sind eingeladen, auch gegen den Trend zu glauben und der Einheit der Kirche zu dienen. Darum ist es gut, dass Sie da sind. Möge Gott sie beschützen und ihre Arbeit segnen.


Traugott Schächtele

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