PREDIGT ÜBER LUKAS 3
GOTTESDIENST AM 15- DEZEMBER 2019
(3. ADVENT)
IN DER HEILIGGEISTKIRCHE IN HEIDELBERG

15.12.2019

„Nirgendwo sonst begegnen uns die alten Weihnachtsbilder so deutlich wie in der Wüste mit ihrer Stille, dem Sternenzauber, den Hirten, dem Feuer und dem Miteinander unterwegs sein. Jenseits von Konsum und Hektik, werden wir gleich in der ersten Wüstennacht das Weihnachtsfest in der inspirierenden Einfachheit der Wüste erleben: mit Lagerfeuer statt Kerzen, mit Couscous statt Gänsebraten, mit Sternschnuppen statt Lichterketten. Inmitten der Wüste, in friedevollem Miteinander einer offenen Gemeinschaft mit verschiedenen Kulturen. Wahrlich eine stille und heilige Nacht!“

 

Liebe Gemeinde! Mit diesen verlockenden Sätzen wirbt ein großes Reisebüro auf seiner Internetseite für eine weihnachtliche Reise in die Wüste Tunesiens. Wanderreisen durch die Wüste sind schon seit einigen Jahren der Hit im Reiseangebot. Die Reise durch die Wüste Tunesiens – sie ist vom 21. Dezember 2019 bis zum 4. Januar 2020 für ganze 1.400 € zuzüglich 400 € für den Flug zu haben. In der Ankündigung heißt es weiter: 

„Wir laden dich ein, im natürlichen Rhythmus der Karawane, mit geruhsamen Mittagspausen, Musik, Gedichten und Geschichten am abendlichen Lagerfeuer und dem unvergesslichen Erleben des nächtlichen Sternenzaubers, die Seele baumeln zu lassen! Begleitet werden wir von Beduinen, die teilweise noch in der Wüste aufgewachsen sind, sie als Hirten durchwandert haben und sie wie ihre Westentasche kennen! Am Feuer abends verbinden sich die alten überlieferten Gesänge der Beduinen zu ihren Trommeln, mit unseren Liedern, von der Gitarre begleitet, zu einem klingenden Austausch über Kulturgrenzen hinweg.“ - soweit noch einmal aus der Reiseausschreibung zitiert.

Die Wüste – der so ganz andere Ort, um in Kontakt mit den großen Lebensfragen zu kommen. In der Seele Verschüttetes kommt endlich zu seinem Recht. Schon mehr als einmal habe ich Menschen begeistert von einer solchen Reise erzählen hören. Warum ich Ihnen das erzähle?

Der Predigttext für den heutigen Adventssonntag führt uns in die Wüste. Er bringt uns in Kontakt mit jenem Menschen, der wie kein anderer das Urbild des Wüstenbewohners ist. Zumindest in der Bibel. Nur mit einem Fell soll er bekleidet gewesen sein und sich von Heuschrecken und wildem Honig ernährt haben. Spätestens jetzt wissen sie, um wen es heute geht. Um Johannes, den Täufer.

Einen Ort der Ruhe und des Rückzugs – so wie ihn die Reisebüros anpreisen, hat Johannes in der Wüste nicht gefunden. Er hält sich gewissermaßen professionell dort auf. Er betreibt eine Art geistliches Zentrum. Die Menschen müssen - so lesen wir’s gleich mehrfach in den Evangelien - zu Hunderten zu ihm hinausgepilgert sein. Und das nicht ohne Grund. 

Wie auch die Wüstentouristen unserer Tage waren es Menschen auf der Suche. Aber nicht einfach auf der Flucht vor Weihnachten oder auf der Suche nach einer kleinen Verschnaufpause in einem durchgetakteten Leben. Die Menschen waren auf der Suche nach Sinn. Auf der Suche nach Leben. Und nach Orientierung. Sie wollen wissen, worauf es am Ende eigentlich ankommt.

Hören sie, was der Lukas im dritten Kapitel seines Evangeliums aus der Wüste berichtet:

 

LeserIn  

Im fünfzehnten Jahr der Herrschaft des Kaisers Tiberius, als Pontius Pilatus Statthalter in Judäa war und Herodes Landesfürst von Galiläa und sein Bruder Philippus Landesfürst von Ituräa und der Landschaft Trachonitis und Lysanias Landesfürst von Abilene, als Hannas und Kaiphas Hohepriester waren, da geschah das Wort Gottes zu Johannes, dem Sohn des Zacharias, in der Wüste. Und er kam in die ganze Gegend um den Jordan und predigte die Taufe der Buße zur Vergebung der Sünden, wie geschrieben steht im Buch der Reden des Propheten Jesaja:

SprecherIn

»Es ist eine Stimme eines Predigers in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn und macht seine Steige eben! Alle Täler sollen erhöht werden, und alle Berge und Hügel sollen erniedrigt werden; und was krumm ist, soll gerade werden, und was uneben ist, soll ebener Weg werden. Und alle Menschen werden den Heiland Gottes sehen.«

LeserIn  

Da sprach Johannes zu der Menge, die hinausging, um sich von ihm taufen zu lassen:

SprecherIn 2

Ihr Schlangenbrut, wer hat denn euch gewiss gemacht, dass ihr dem künftigen Zorn entrinnen werdet? Seht zu, bringt rechtschaffene Früchte der Buße; und nehmt euch nicht vor zu sagen: Wir haben Abraham zum Vater. Denn ich sage euch: Gott kann dem Abraham aus diesen Steinen Kinder erwecken. Es ist schon die Axt den Bäumen an die Wurzel gelegt; jeder Baum, der nicht gute Frucht bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen.

LeserIn

Und die Menge fragte ihn und sprach:

SprecherIn 1

Was sollen wir denn tun?

LeserIn

Er antwortete und sprach zu ihnen:

SprecherIn 2

Wer zwei Hemden hat, der gebe dem, der keines hat; und wer zu essen hat, tue ebenso.

LeserIn

Es kamen auch die Zöllner, um sich taufen zu lassen, und sprachen zu ihm:

SprecherIn 1

Meister, was sollen denn wir tun?

LeserIn

Er sprach zu ihnen:

SprecherIn 2

Fordert nicht mehr, als euch vorgeschrieben ist!

LeserIn

Da fragten ihn auch die Soldaten und sprachen:

SprecherIn 1

Was sollen denn wir tun?

LeserIn

Und er sprach zu ihnen:

SprecherIn 2

Tut niemandem Gewalt oder Unrecht und lasst euch genügen an eurem Sold!

LeserIn

Und mit vielem anderen mehr ermahnte er das Volk und verkündigte ihm das Heil.

 

Ein Wohlfühlaufenthalt wird das für die meisten nicht gewesen sein. Eher ein Anlass, die Reise-Kosten zumindest teilweise zurückzufordern. Johannes hat die Menschen nicht geschont, die sich zu ihm auf den Weg gemacht haben. Er hat ihnen gehörig ins Gewissen geredet.

Eigentlich wollten die Menschen ja dieses besondere Zeichen von ihm haben. Diese Taufe des Johannes – sie war etwas ganz Neues auf dem spirituellen Markt der damaligen Zeit. Es war eine öffentlicher Zeichenhandlung. Ein Bekenntnis dafür, dass ich bereit bin, mein Leben zu ändern. Mich für Gerechtigkeit einzusetzen. Und auf Gewalt zu verzichten.

Heute würde man sagen: Wer mit Johannes in den Jordan gestiegen ist, um getauft zu werden, der oder die hat für sich beschlossen, es in Zukunft mit der Frage nach einem glaubwürdigen Handeln etwas genauer nehmen. Die Ethik – sie steht plötzlich wieder hoch im Kurs. Die Taufe durch Johannes – wer sich ihr unterzieht, der oder die ist auf der Höhe der Zeit in jenen unruhigen Tagen. Der oder die gehört zu denen, die wissen, was aktuell angesagt, wenn man dazugehören, wenn man politisch korrekt sein will.

Der Bericht des Lukas gehört nicht in die Kategorie der Fake News. Wie immer legt der Evangelist Lukas Wert darauf, seinen Bericht von den Lebensumständen Jesu historisch einzuordnen. Wir kennen diese Vorliebe ja auch aus dem Weihnachtsevangelium. Dort ist vom Kaiser Augustus die Rede und von jener “Zeit, in der Quirinius Statthalter in der Provinz Syrien“ war.

Hier nennt Lukas das 15. Regierungsjahr des römischen Kaisers Tiberius. Er erwähnt Pontius Pilatus, den wir aus der Passionsgeschichte kennen.  Er erinnert an Herodes und dessen Bruder. Beide sind sie Söhne jenes großen Herodes, der in der Weihnachtsgeschichte eine wenig rühmliche Rolle spielt. Zuletzt, als sei auch das noch nicht Beweis der Historizität genug, bringt Lukas auch noch zwei der damaligen Hohepriester ins Spiel, nämlich Kaiphas und Hannas. Damit ist klar, dass wir uns mit größter Wahrscheinlichkeit im Jahr 28 oder 29 nach Christi Geburt befinden.

Aber nicht nur dieses Jahr an sich ist von Bedeutung. Die Einordnung in den geschichtlichen Horizont bewahrt den Text – und das ganze Evangelium – davon, irgendwie im Schatz der Mythen aus grauer Vorzeit abgelegt zu werden. „Was ich euch berichte“, so schreibt der Evangelist Lukas, „das hat sich tatsächlich so zugetragen. Es ist eine Geschichte von Menschen aus Fleisch und Blut. Eine Geschichte, die den Rahmen bildet für jene andere Geschichte von der Menschenwerdung Gottes, die sich ja auch genau datieren lässt.“

Es gibt eine ganze Reihe gegenseitiger Bezugspunkte zwischen den Berichten über Johannes den Täufer und jenen über Jesus aus Nazareth. Beide Darstellungen sind kunstvoll ineinander verwoben. Bei beiden wird die Geburt von einem Engel angekündigt. In einem Fall, bei Maria, ist die Frau, um die es geht, eigentlich noch zu jung. Im anderen Fall, bei Elisabeth eigentlich zu alt. Beiden Kindern wird ein Lied mit auf den Weg gegeben, bei Johannes das Benedictus, bei Jesus das Magnificat.

Lukas klärt das Verhältnis der beide in eindeutig interessengeleiteter, theologischer Ansicht. Er nimmt eine klare Rollenzuweisung vor. Der eine, nämlich Johannes, ist der Vorläufer. Der, der dem anderen gewissermaßen den Weg bereitet. Der andere, Jesus, ist der, um den es eigentlich geht. 

Zu Lebzeiten der beiden war dieses Verhältnis nicht einfach schon so unhinterfragbar in dieser Weise geklärt. Der Jüngerkreis um Johannes und der Kreis um Jesus stehen in Konkurrenz zueinander. Und einige Textausleger schließen nicht aus, dass Jesus zunächst selber zu den Anhängern des Johannes gehört hat. Zum Lehroberhaupt eines eigenen Jüngerkreises hat er dann erst im Laufe der Zeit entwickelt.

Jesus und Johannes - beide predigen die Nähe des Reiches Gottes. Beide betonen sie die Notwendigkeit der Umkehr. Beide lassen die Menschen wissen, dass ein neues Leben, ein Leben unter veränderten Vorzeichen, ein Leben in Verantwortung vor Gott, möglich sei. Beide machen sie die Erfahrung: Diese Botschaft ist gefragt. Diese Botschaft bringt Menschen dazu, nach ihren Möglichkeiten der Umkehr zu fragen.

Dieses Fragen bleibt nicht ohne Konsequenzen. „Was sollen wir denn tun?“ Gleich mehrfach bekommen wir im Predigttext diese Frage zu hören. Nicht allgemein. Sondern sehr konkret im Blick auf die je eigenen Lebensumstände. Atemberaubend aktuell sind die Themenfelder um die es bei dieser ethischen Lehrstunde des Johannes dann im Einzelnen geht.

Zunächst wird die Frage dem Volk insgesamt in den Mund gelegt: „Was sollen wir denn tun?“ Zunächst ist es die ungerechte Verteilung lebensnotwendiger Güter, die Jesus in einer Antwort mit harschen Worten geißelt. Die Hemden, sie hier angesprochen werden, sie stehen für das Minimum an Lebensnotwendigem. Für ein Dach über dem Kopf und für schützende Kleidung.

Das andere Thema, das des ausreichenden Essens – hier fällt es schwer, nicht an die ungerechte Verteilung der Nahrung auf diesem Planeten zu denken. Die knapp acht Milliarden Menschen, die derzeit auf der Erde leben – ohne unsere Bereitschaft zu teilen, sind Verteilungskämpfe in großem Ausmaß auf mittlere Sicht fast unabwendbar – um Lebendmittel, um Wasser, um Rohstoffe.

Die zweite, hier ganz konkret angesprochene Gruppe sind die Steuereinnehmer. Sie stehen für diejenigen, die davon leben, dass sie das Geld, das das sie anderen abgepresst haben, für sich arbeiten lassen. „Ihr sollt den Menschen nicht mehr abnehmen, als euch zusteht!“ Johannes erweist sich hier als Antikapitalist. Eine Steuer auf Spekulationsgewinne – Johannes stände hier eindeutig auf der Seite derjenigen, die das schon lange einfordern. Anders bliebe, da wäre Johannes ganz klar, unser Steuersystem ungerecht. Johannes der Täufer – zweifellos er ist eine hochgradig politische Figur. Und es lässt mich staunen – und hoffen, dass diejenigen, die dieses Geld-in-die eigene-Tasche-Spiel betreiben, immerhin danach fragen, was denn für sie angesagt ist.

Was für das Feld der Finanzgerechtigkeit gilt – in gleichem Maße gilt es auch für das Thema Krieg und Frieden. „Tut niemandem Gewalt oder Unrecht und lasst euch genügen an eurem Sold!“ Das ist die Antwort des Johannes an die Soldaten. Sie bilden die dritte Gruppe, die sich mit der Frage „Was sollen wir tun?“ an Johannes wendet. Unübersehbar steht hier die Friedensthematik auf der Tagesordnung. Und es erstaunt schon, dass Johannes ausgerechnet die Soldaten zum Gewaltverzicht mahnt.

Als atemberaubend modern habe ich Johannes charakterisiert. Und ich wünschte mir, die Reiseanbieter zu den Hirten in den Wüste Tunesiens würden den Reisenden unserer Tage solche Botschaften und solche Begegnungen wie die mit Johannes nicht ersparen.

Und wenn wir Johannes heute fragen: „Was sollen wir denn tun?“ – womöglich würde dann eine 16jährige Schülerin neben ihm auftauchen. „Geht sorgsam mit unserem Planeten um! Kämpft dagegen an, dass eure Durchschnittstemperatur sich immer mehr nach oben bewegt. Und der Meeresspiegel unaufhörlich ansteigt. – so oder so ähnlich würde sie den Menschen ins Gewissen reden. Und Johannes würde ergänzen: „Haltet vor allem das rechte Maß ein. Lasst euch nicht dazu verlocken, auf eure technischen Errungenschaften und Möglichkeiten eures Reichtums zu vertrauen – und die Gefährdung der schützenden Hülle um diese Erde achtlos in Kauf zu nehmen.“

Und mit einem Mal stünden unüberschaubar viele junge Menschen bei dem Mann im Kamelhaar und würden dem Mädchen mit der zarten Stimme und den klaren Worten den Rücken stärken. 

Harte Worte! Vielleicht. Und Worte, die wir uns gerne vom Leib halte. Mit Ausflüchten: „Es gibt doch auch noch ganz andere Themen!“ Mit Beschwichtigungsparolen: „Wir haben auch schon anderes in den Griff bekommen!“ Mit Unterstellungen: „Die ist doch fremdgesteuert. Und dann auch noch mit dem Flugzeug unterwegs!“

Und ich stelle mir vor, Menschen aus den sogenannten gutsituierten Kreisen der Gesellschaft würden sich zu Johannes auf den Weg machen und ihn fragen: „Was sollen wir denn tun?“ Und der Mann mit dem Kamelhaarmantel würde nicht zögern zu sagen: „Scheut euch nicht davor, selber auch politisch Verantwortung zu übernehmen. Ihr werdet staunen, was alles geht.

Und ihr sollt den Mut aufbringen zu sagen, was überhaupt nicht geht: nämlich die Grundlagen verächtlich zu machen, von denen ihr lebt und die ihr selbe nicht garantieren könnt: in eurem Gemeinwesen und in eurer demokratischen Mitverantwortung. Mutig solltet ihr entgegentreten, die andere klein machen und die sich anschicken, ihnen ihre Würde zu nehmen. Was ihr für unantastbar haltet – es steht auf dem Spiel, weil ihr zu oft das klare Wort scheut!“

Politische Worte! Vielleicht. Und solche, die doch im Advent erst einmal hintenan gestellt werden könnten! Mitnichten. Der Brexit und alle politischen Muskelspiele dieser Zeit – sie sind nur ein Symptom. Die Krankheit dieser Zeit heißt Spaltung und Verächtlichmachung. Heißt „ich zuerst“ und „Nichts für die Schwachen!“ Diese Krankheit gibt nicht Acht auf den Advent. Und sie macht auch vor Weihnachten nicht Halt!

Die Frage der Menschen an Johannes – die Frage „Was sollen wir denn tun?“ – sie könnte die Leitfrage des rechten und gelingenden Lebens sein in diesen Tagen des Advent! Mehr noch: Der Advent ist geradezu die rechte Zeit, um hier nach tragfähigen Antworten zu suchen. Kein Wunder, dass Johannes der Täufer so etwas ist wie der Schutzpatron des Advent geworden ist. Dass ihm mit dem dritten Advent gar ein ganzer Sonntag gehört.

Doch wie der Advent ein Ende hat, so dauert auch die Wüstenzeit nicht ewig. Nicht Johannes, sondern ein ander ist der, auf den wir warten in diesen Tagen. Weihnachten müssen wir gerade nicht mehr in der Wüste feiern. Sondern mitten im Leben. Nah bei den Menschen. Mitten unter denen, die uns lieb sind. Und mitten unten den anderen, die uns Mühe machen. 

Zumindest im Advent könnte das also die einfache Antwort sein auf alle Fragen des „Was sollen wir denn tun?“ Und der Weg aus der Wüste wieder zurück ins Leben zu finden. Nämlich: Mich Entschleunigen, Hören - und Singen! Mich entschleunigen, d.h. mir Zeit zu nehmen für die Wege in die Wüsten meines Lebens. Widerstand zu leisten gegen alle Zumutungen des „Das muss jetzt noch sein!“ dann das Hören: ich gestehe mir die Zeit zu, um auf das zu hören, was mir an Zumutung nicht erspart werden kann. Scharfe, offenlegende Worte. Worte, die en Schleier des Verdeckens und Verschweigens, der über vielem liegt, energisch abziehen. Ich darf nie aufhören, Verantwortung zu übernehmen. Und zuletzt: das Singen – mit Worten etwas, wie denen von Jochen Klepper in der letzten Liedstrophe seines schönen Adventsliedes, die wir nachher zum Schluss des Gottesdienstes auch noch singen wollen: 

Noch manche Nacht wird fallen

auf Menschenleid und –schuld.

Doch wandert nun mit allen

der Stern der Gotteshuld.

Beglänzt von seinem Lichte,

hält euch kein Dunkel mehr.

Von Gottes Angesichte

kam euch die Rettung her.

Amen.

Über mich

Traugott Schächtele
Twitter: @tschaechtele
Zeitgenosse, Pfarrer, Prälat, Ehemann, Vater von 5 erwachsenen Kindern, liest und schreibt gern.